Wasserwerke machtlos

Veröffentlicht auf von trinkwasserluege

Warum tut man nicht direkt in den Wasserwerken etwas dagegen

 

Neue Klärtechniken zu teuer

Dennoch ist der Nachweis auch dieses Stoffes wegen seiner geringen Dosis schwierig. Aber neue Verfahren der Gas- und Flüssigchromatographie gekoppelt mit der Massenspektrometrie machen es möglich, so Heberer, "kleinste Konzentrationen eines Stoffes nachzuweisen". Selbst ein Zuckerwürfel im Bodensee sei heute noch messbar.

Viele Arzneimittel haben aus der Sicht des Gewässerschutzes ungünstige Eigenschaften. Sie sind biologisch schlecht abbaubar, hochwirksam und gut wasserlöslich, wodurch sie im Körper erst ihre Wirkung entfalten können. An üblichen Kläranlagen rauschen die meisten Stoffe ungehindert vorbei, wodurch sie sich wacker im gesamten Wasserkreislauf behaupten. "Eine Reihe von Untersuchungen deutet darauf hin, dass viele Arzneimittel von den Reinigungsstufen bestehender Klärwerke nicht eliminiert werden", erklärt Heberer.

Einige neue Techniken werden erprobt, doch konkret ist in keiner Kommune die Aufrüstung von Kläranlagen zur Entfernung organischer Spurenstoffe geplant. Dabei wird es auch auf lange Sicht bleiben: Stand der Dinge ist nun mal, dass es eine "rein umwelthygienische Maßnahme" ist, wie Heberer meint. Neue Klärtechniken seien schlicht zu teuer: "Technisch ist viel machbar, nicht aber wirtschaftlich."

 

Beispiel:

Eine ganz andere Gruppe von wasserbelastenden Stoffen wird erst seit einigen Jahren mit wachsender Besorgnis beobachtet. Hormone und Stoffe, die hormonähnliche Wirkung besitzen, treten in immer höheren Konzentrationen im Trinkwasser auf und nicht alle Klärwerke sind in der Lage, diese Stoffe bei der Wasseraufbereitung zu neutralisieren.
Bei vielen Klärwerken ist die gemessene Hormonbelastung des Wassers vor und nach der Wasseraufbereitung unverändert.

 

Doch selbst wenn die Wasserwerke diese Stoffe filtern könnten, gäbe es noch ein ganz anderes Problem – der Weg vom Wasserwerk zu den privaten Haushalten, also zum Wasserhahn

 

Multiresistente Keime gelangen mit dem Abwasser in die Natur, hat der Mainzer Mediziner Wolfgang Kohnen festgestellt. "Wir müssen die Übertragung über das Wasser unterbrechen." Der Karlsruher Umweltmikrobiologe Dr. Thomas Schwartz sagt: "Es war klar, dass wir in Abwassersystemen von Krankenhäusern oder Kläranlagen solche Resistenz-Gene nachweisen können, aber dass wir diese Resistenz-Gene vor allen Dingen auch im Trinkwasserbereich nachweisen können, hat uns sehr überrascht."

Diese Bakterien leben gut geschützt in den Leitungsrohren. An den Innenwänden bilden sie Biofilme: dichte Siedlungen, in denen verschiedenste Bakterien eng beieinander leben. Die Karlsruher Wissenschaftler haben Resistenz-Gene nachgewiesen, mit denen sich die Bakterien vor gängigen Antibiotika schützen können.

 

Ein weiteres Problem sind die Trinkwasserleitungsrohre selbst

Trinkwasserrohre bestehen zu einem großen Prozentsatz aus Asbestfaserzement, da der Einsatz von Asbest bis zu Beginn der 90er Jahre als unbedenklich für die menschliche Gesundheit eingeschätzt wurde. Neue Trinkwasserrohre dürfen erst seit 1995 keinen Zusatz mehr von Asbest enthalten. Durch die langsame Zersetzung der alten Rohre gelangen Asbestfasern in unser Trinkwasser. Die gesundheitsschädliche Wirkung (krebserregend) ist mittlerweile zweifelsfrei nachgewiesen, dennoch existiert in der deutschen Trinkwasserverordnung kein Grenzwert für Asbestfasern.

 

Doch auch Wasserleitungen aus Blei sind Gefährlich – besonders für Kleinkinder und schwangere Frauen

Wegen der Gesundheitsgefahren ist der Grenzwert für Blei im Trinkwasser früher bereits auf 25 Mikrogramm pro Liter gesenkt worden. Ab 2013 gilt sogar eine Verschärfung auf 10 Mikrogramm. Das Wasser ablaufen zu lassen verringert zwar die Bleikonzentration, doch das schützt nur unzuverlässig. Um den Grenzwert sicher einhalten zu können, bleibt nichts weiter übrig, als alte Bleirohre herauszureißen. Besondere Vorsicht gilt für Ungeborene, Säuglinge und Kleinkinder. Unter der dauerhaften Aufnahme kleiner Bleimengen kann ihre geistige Entwicklung leiden.

Die einzige Möglichkeit ist das Filtern direkt im Haushalt, unmittelbar vor der Aufnahme in den Körper. Nur so können sie sicher sein, dass keine schädlichen Substanzen mehr im Wasser enthalten sind. Gehen sie auf Nummer sicher!

Weitere Informationen erhalten sie auf Anfrage per Email an: wasser.info@yahoo.de

 

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