Uran im Leitungswasser

Veröffentlicht auf von trinkwasserluege

Welche Gefahren gehen von Uran auf unseren Organismus aus

 

Uran belastet Trink- und Mineralwasser – teilweise so stark, dass gesundheitliche Risiken nicht ausgeschlossen sind. foodwatch fordert sichere gesetzliche Grenzwerte. Was die Bundesregierung als Höchstgrenze plant, ist nach dem Stand der Wissenschaft viel zu hoch angesetzt.

   

Das Problem ist seit langem bekannt, doch noch immer fließt in Deutschland Trinkwasser aus den Hähnen, das bedenklich hoch mit Uran belastet ist. In Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz teilweise sogar mit mehr als 10 Mikrogramm Uran pro Liter – dieser Wert sollte laut behördlichem "Leitwert" nicht überschritten werden. In acht weiteren Bundesländern liegen bei den Behörden erfragten Werte liegen über 2 Mikrogramm und sind insbesondere für Säuglinge und Kleinkinder nicht sicher. Gefährlich ist das Schwermetall Uran nicht nur wegen seiner Radioaktivität, sondern auch wegen seiner chemischen Giftigkeit. Hohe Belastungen können zu einer Schädigung der Nieren führen.

 

In vielen Regionen ist Trinkwasser zu hoch mit Uran belastet – kritische Messwerte gibt es in 13 der 16 Bundesländer. Die Bundesregierung bereitet inzwischen zwar einen Grenzwert vor. Doch der soll so hoch angesetzt werden, dass er Kleinkindern keinen wirksamen Schutz bietet. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse werden ignoriert.

   

Bereits im August 2008 hatte foodwatch Tausende Messwerte für den Urangehalt des Trinkwassers aus ganz Deutschland veröffentlicht. Jeder achte lag im kritischen Bereich über 2 Mikrogramm Uran pro Liter. Die Bundesregierung kündigte an, zu handeln:Ein Grenzwert sei "absolut notwendig" so der damalige Verbraucherminister Horst Seehofer (CSU). Es sei "nicht mehr zu vermitteln, dass es diesen Grenzwert nicht schon längst gibt".

 

Leitungswasser enthält zum Teil zu viel Uran

 

Gesagt, getan? Nein. Ein Grenzwert ist bis heute nicht verabschiedet. Und neue foodwatch-Recherchen belegen: Noch immer fließt Trinkwasser aus den Hähnen, das zu hoch belastet ist. In Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz teilweise sogar mit mehr als 10 Mikrogramm Uran pro Liter. Insgesamt 13 Wasserwerke geben Wasser an die Bürger ab, das mehr Uran enthält als es der (unverbindliche) behördliche Leitwert von 10 Mikrogramm vorgibt. Der höchste Wert wurde mit 23,3 Mikrogramm im bayerischen Aidhausen gemessen. Jeder achte der von foodwatch aktuell bei den Behörden abgefragten Messwerte (12,6 Prozent) liegt bei über 2 Mikrogramm. In Flaschen dürfte so hoch belastetes Wasser nicht mit dem Hinweis "geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung" verkauft werden. Teilweise wird die Belastung im Trinkwasser aber durch eine Mischung mit niedriger belastetem Wasser aus anderen Brunnen noch reduziert, bevor das Wasser beim Endverbraucher ankommt. Aus den Behördendaten kann der Verbraucher deshalb nicht mit Sicherheit ablesen, wie hoch die Uranbelastung des Wasser ist, das bei ihm aus dem Hahn fließt – hier hilft nur die Nachfrage beim örtlichen Wasserversorger.

 

Wirksamer Gesundheitsschutz wird verschleppt

Vor mehr als einem Jahr hatte die Bundesregierung einen Grenzwert für Uran im Trinkwasser angekündigt, ihn zuletzt für Herbst 2009 in Aussicht gestellt – und bis heute nicht umgesetzt. Schlimmer noch: Der Grenzwert, der im Bundesgesundheitsministerium vorbereitet wird, ist viel zu hoch und würde Kleinkindern keinen sicheren Schutz bieten. 10 Mikrogramm wollen die Ministeriellen als zulässigen Höchstwert festschreiben. Dabei hatten deutsche Behörden eigens eine wissenschaftliche Expertise bei der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA in Auftrag gegeben, die zu dem Schluss kommt: Auch bei Uranwerten von deutlich unter 10 Mikrogramm sind vor allem für Säuglinge und Kleinkinder Gesundheitsrisiken wie schwere Nierenschädigungen nicht auszuschließen. Die Bundesregierung ignoriert die Einschätzung der EFSA – und verletzt damit ihre gesundheitliche Fürsorgepflicht gegenüber den Bürgern.

 

Wie gefährlich ist Uran?

 

Uran ist ein radioaktives und toxisches Schwermetall. Doch nicht aufgrund seiner relativ geringen Strahlung ist es für den Menschen gefährlich, sondern aufgrund seiner chemischen Giftigkeit: In einer hohen Dosis über einen längeren Zeitraum zu sich genommen, kann es dauerhaft Blut, Knochen und Nieren schädigen. Die Niere reagiert auf Uran am empfindlichsten. Folgen einer zu hohen Uranbelastung im Wasser können Funktionsstörungen und Nierenkrebs sein. Säuglinge und Kleinkinder sind Gesundheitsrisiken besonders stark ausgesetzt. Im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht nehmen sie mehr Flüssigkeit und damit Uran zu sich als Erwachsene – ihre Belastung ist dreimal so hoch. Zudem absorbiert ihr Magen-Darm-Trakt die doppelte Menge an Uran.

  Quelle: foodwatch.de

 

 

 

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